Dynamisches Sitzen neu definiert: Mynt von Erwan Bouroullec
Bei der Einführung eines neuen Produktes findet man häufig Attribute wie EINZIGARTIG oder INNOVATIV. Bei genauer Betrachtungsweise stellt man aber fest, dass diese Attribute häufig nur typisches Werbedeutsch sind.... Dies dachten wir zuerst auch bei dem Mynt Stuhl von Vitra, bis wir den Stuhl probegessen hatten...
Denn durch eine von Vitra patentierte Mechanik ist das Sitzerlebnis bei dem Mynt wirklich einzigartig. Die Mechanik wird die durch das Eigengewicht des Sitzenden aktiviert und neigt sich dann je nach Gewichtsverlagerung und Position des oder der Sitzenden nach hinten oder vorne – der Sitz ist dabei unabhängig von der Rückenlehne. Der Bewegungswiderstand wird automatisch an das Nutzergewicht angepasst, eingestellt werden muss lediglich die Sitzhöhe des Stuhls. Wie beim Fahrradfahren, Treppensteigen und unzähligen weiteren alltäglichen Tätigkeiten hält sich so der menschliche Körper dank der gesetzlich geschützten Mechanik beim Sitzen selbst in Balance und vollbringt dabei laufend kleinere und grössere Bewegungen. Mynt sorgt damit nicht nur für ein neues Sitzerlebnis, das dynamische Sitzen ist nachweislich auch gesund.
Der Entwurf von dem französischen Designer Erwan Bouroullec (Foto) ist bei Vitra in zahlreichen Varianten erhältlich und passt ebenso an einen Küchentisch wie in das moderne Büro für Großstadtnomaden. Sitz und Rückenlehne sind wahlweise aus recyceltem Polyamid aus 100 % Post-Industrial-Material oder aus Eiche-Furnier. Für einen weicheren Komfort gibt es gepolsterte Bezüge in zahlreichen Vitra Stoffen und Farbem für Sitz und Rückenlehne. Die Polster sind via Reissverschluss abnehmbar und können so problemlos gereinigt oder gewechselt werden.
Das neue 4-Sterne-Gestell nach EN 1335 Typ C
Bis Anfang der 1970er Jahre waren 4-Sterne-Gestelle in jedem Büro üblich. Dies änderte sich mit der Einführung der Norm EN 1335 Typ C, danach entsprachen diese Gestelle nicht mehr den Sicherheitsanforderungen und wurden überall durch Stühle mit 5-Sterne-Gestellen ersetzt. Seitdem finden sich in allen Büros nur noch die 5-Sterne-Gestelle, 4-Sterne-Gestelle sind dafür machmal im Home-Office zu finden, wo diese Norm keine Anwendung findet. Aber auch die Norm EN 1335 Typ C hat sich im Laufe der Zeit verändert und Vitra hat den aktuellen Stand sehr genau analysiert: Sie besagt lediglich, dass mit der Anzahl Ausleger, die der Stuhl hat, alle erforderlichen Tests bestanden werden müssen – was Vitra mit dem Mynt gelungen ist.
Damit ist Mynt ist der erste Vitra-Bürostuhl der Norm EN 1335 Typ C mit vier Auslegern erfüllt. Mynt bietet so eine wohnliche Ästhetik auch im Büro und die Dynamik eines Bürostuhls auch zuhause – und entzieht sich damit gängigen Kategorisierungen. Zusätzlich kann das Gestell wahlweise mit oder ohne Rollen ausgestattet werden, so dient Mynt gleichzeitig als Bürodrehstuhl oder Besucherstuhl - vergleichbar mit den Eames Aluminium Chairs. Optional kann das Gestell jederzeit einfach und selbständig von Gleitern zu Rollen – und umgekehrt – verändert werden.
Nachhaltig und Zukunftsicher
Mynt ist auf ein langes Leben ausgelegt und seine Polster, Gleiter und Rollen können eigenhändig getauscht oder erneuert werden – der Sitz und die Rückenlehne aus recyceltem Kunststoff oder Holzfurnier durch Fachleute. Mynt besteht bis zu 80% aus recycelten Materialien und ist am Ende seines Produktlebens zu 99% recycelbar – und das Sitzkissen besteht aus V-Foam, dem weltweit ersten wirtschaftlich recycelbaren Polyurethanschaum, den Vitra und BASF gemeinsam entwickelt haben.
Courier - der passende Schreibtisch zum Mynt
Zusätzlich entwarf Erwan Bouroullecs Bruder Ronan Bouroullec auch einen passenden Schreibtisch. Das 120 cm lange Schreibtisch wurde von ihm auf ein Minimum reduziert: „Ich habe alles reduziert, bis ich auf das kam, was ich als „nackte Lösung” bezeichne – eine dünne Holzoberfläche auf Beinen. Courier bietet genügend Fläche für einen Laptop, einige Papiere und einen Bildschirm oder Bücher.” Mynt vereint so hochwertige Materialen wie Holz und Aluminium mit selbstverständlicher Leichtigkeit zu einem unverwechselbaren und dennoch nicht aufdringlichen Ganzen. Von der Seite betrachtet erinnert die Silhouette des Schreibtischs an einen Serifen-Buchstaben – daher der Name Courier, der für eine der bekanntesten Serifenschriften steht.
Seit Jahrzehnten entwickelt Vitra in Zusammenarbeit mit bedeutenden Designern Bürostühle: Der Vitramat veränderte 1976 mit der ersten Synchronmechanik die ganze Gattung, Figura brachte 1984 die Anmutung eines Polstersessels ins Büro und Axion führte 1992 die Vorwärtsneigung ein. Dieses Know-how fand 2011 im Ruhesessel Grand Repos mit seiner in den Polstern verborgenen Gewichtsmechanik Anwendung – und gipfelt nun in Mynt.
Gerne beraten wir Sie bei Ihrer individuellen Konfiguration, wir freuen uns als Ihr Vitra Fachhändler in Köln auf Ihre Anfrage.